Austrian Finn Class - News Blog

Bericht Finn World Masters Helsinki

Finn World Masters 2022, Helsinki
0:30 immer noch Abendstimmung in der Präsidentlounge in Helsinki. Schlafen gehen wollen wir eigentlich nicht, aber irgendwann holt uns doch die Müdigkeit ein. Wir , Tina und Gerhard Weinreich, Mas Schneeberger und ich sind an den 60. Breitengrad gereist um den 70. Geburtstag unserer Finnklasse am Geburtsort anlässlich der Olympischen Spiele 1952 mit den Finn Worldmasters gebührend zu feiern.
Zusammen mit 121 Teilnehmern aus 23 Nationen und 4 Kontinenten durften wir bei durchwegs schönem Wetter und stark wechselnden Temperaturen bei Winden bis 28 kn 7 herausfordernde Wettfahrten bestreiten.
Die veranstaltenden Clubs HSK und NJK haben sich große Mühe gegeben, um uns eine schönes Programm zu gönnen, mit inklusive ein Besuch bei der WB Segelmacherei, ein Empfang der Stadt Helsinki, und eine tägliche Bier & Pastaparty nach den Wettfahrten.
Highlight war aus meiner Sicht eine Galadinner im NJK , einem Segelclub aus 1861 auf einer Insel vor der Hauptstadt gegründet unter Zar Alexander II., dessen Clubflagge später die Finnische Staatsflagge werden sollte.
Die Wettfahrten fanden im finnischen Schärengarten mit einer Anfahrtszeit von ca. 1 Stunde statt. Der Heimweg war aufgrund anhaltend kräftiger Winde mit steiler Welle oft mehr als herausfordernd, Kenterungen und ein Aufreiten auf einen Granitfelsen inklusive.
Die abendliche Klubsauna war nach den erfrischenden 18°C der Ostsee ein weiterer nordischer Lichtblick.
Am Start war ein dichtes Gedränge, ohne Frühstart war man sowieso schon zweiter, weshalb ich mich zumeist im hinteren Drittel wiederfand. Gestartet wurde grundsätzlich mit Black Flag, was meine Flottenkollegen zu spüren bekamen.
Die Siegerehrung fand auf dem originalen Podest aus 1952 statt. Besonders möchte ich folgende Personen erwähnen, die mich besonders beeindruckt haben:
1) der Gesamtsieger J.P. Postma aus NED , ein souveräner Sportler mit einer super niederländischen Mannschaft , der uns allen zeigte, wo der Bartl den Most holt.
2) der Sieger der Legendklasse Hans Fatzer SUI, der schon 1988 den Gesamtsieg holte und immer noch voll dabei ist
3) der Sieger der Superlegendklasse Richard Hart GBR, der mir 83. Jahren zwar schon Probleme beim Gehen an Land hatte, aber am Wasser "Britannia rules the waves" vorzeigte.
Natürlich waren wir auch stolz auf unsere Worldmasterin Tina, dank derer auch die österreichische Hymne erklang. Wir waren alle mehr als beeindruckt, dass Gerhard , wieder genesen, in alt bewährter Form aufzeigte und einen 11. gleich in der 1. Wettfahrt einfuhr. Auch Mas konnte mit den Plätzen 13. und 27. Österreich im vorderen Drittel positionieren.
Die Ostsee hat uns gekaut und wieder ausgespuckt. Danke an meine Flottenfreunde, danke Finnland - Griechenland 2023 wir kommen.
Euer Stoffl. AUT17
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Bericht Finn IÖSTM 2022 UYC Mondsee (und Anmerkungen des Präsidenten)

Finn ÖSTM , Juni 2022 UYC Mondsee
 
Also manchmal kommt im Leben viel zusammen: nachdem zuerst ein bissl was zum Organisieren war und ich dann selbst voll motiviert mitgefahren bin, ist’s jetzt ein Dritter in der Österreicher-Wertung geworden und ich darf den Bericht auch noch selber schreiben …
😉
Aber es gibt nichts zum Genieren, es war eigentlich recht fesch, 39 Boote aus CZE, GER und AUT trotz Abwesenheit einiger lokaler Größen. Die Stimmung gut, das Wetter hochsommerlich und die Winde so wie man sich‘s von Österreichs Kap Hoorn erhofft.
An Tag 1 wurde frühestmöglich am Nachmittag gestartet. Nachdem am Vormittag der See bis zur Begrüßung spiegelglatt war kam pünktlich eine überraschend steife Alpenseebrise auf, die schon fast an die legendären Bedingungen der Finn Meisterschaft 2011 erinnerte. Das Starkwindrennen wurde zwar am ersten Vorwind aufgrund behördlicher Anordnungen (=Sturmwarnung) abgebrochen, aber es konnte immerhin sehr brauchbares Videomaterial produziert werden. Dann Verschnaufpause bis zur nächsten Gewitterfront an Land, und auch der zweite abendliche Startversuch fiel wieder einer Gewitterfront zum Opfer. Wieder Abbruch, diesmal wegen befürchteter hoher elektrischer Leitfähigkeit der Karbonmasten. In Führung liegend jeweils die Starkwindcracks, allen voran Florian Raudaschl, der uns bis zur Luvtonne mitfahren ließ, aber am Vorwind dann in eine andere Liga wechselte.
Tag 2 brachte dann die im Alpenvorland so beliebten Westwinde, wobei anzumerken ist, dass diesmal kein anständiger Rückseiten-Westwind blies, sondern ein West, der auch die Nerven der strapazierfähigsten Finnsegler an ihre Grenzen brachte. So war für alle was geboten, mal für die Leute von ganz links, mal für die ganz rechts, mal für die Leichtwindspezialisten und mal für die etwas schwereren Herren.
Immerhin waren nach kurzer Zeit drei Wettfahrten gesegelt und es wäre bis Sonnenuntergang noch genug Wind für viele weitere Rennen gewesen, die wir aber aufgrund einer alten basisdemokratischen österreichischen Finnregel bedauerlicherweise nicht mehr segelten.
Am dritten Tag war dann Badewetter und Erholung angesagt und es gab reichlich Gelegenheit obigen Beschluss zu diskutieren und für’s nächste Mal aufzuheben. Nach langem Warten wurde dann mit nur 3 Wettfahrten im Kasten von Wettfahrtleiter Günter Fossler ein sonntags-frühmorgendlicher Start um 7:30 angesetzt. Für dieses Revier eher unüblich, aber im Nachhinein eine sehr weise Entscheidung.
Denn aus irgendeinem Grund herrschte ein launiger und teils heftiger Südwind, der zum Abschluss noch zwei äußerst erlebnisreiche Wettfahrten ermöglichte. Da die Startline und Leetonne in der „Transition Zone“ zwischen Föhnsturm und Leichtwinderlebnis lag, wurden die Bedingungen von Einzelnen als „unsegelbar“ bezeichnet. Und an der Luvtonne und der zum baldigen Halsen einladenden Vorlegetonne herrschten gelegentlich satte 6 Windstärken. Damit konnte die Serie Sonntag Mittag mit 5 Wettfahrten beendet werden und kurz darauf war weiteres sehr brauchbares Videomaterial am Youtube Kanal vom UYCMo Regattawart Franz Grabner.
Meister wurde überlegen Florian Raudaschl, der sich von den Bedingungen wenig irritieren ließ. Dies gilt nicht für die weiteren Boote in der Österreicher-Wertung, Luggi auf Platz zwei punktete mit interessanten Westwindkreuzvarianten, der Autor als Dritter auch mit einem ärgerlichen Frühstart. Beste in der Damen Wertung wurde Karin Gubi, die das 3-Damen-Duell (!!!) gegen Roswitha Beranek und Tina Weinreich für sich entscheiden konnte.
Da wir von einer internationalen ÖSTM sprechen sei erwähnt dass der richtige zweite Platz 2 an Maximilian Trommer (GER) und Platz 3 am Vladimir Skalicky (CZE) ging.
Danke für‘s Kommen,
Markus Schneeberger AUT 73
Link zu Ergebnis
Link zum Video

Zusätzliche Anmerkungen des Präsidenten:
Mas (Markus Schneeberge) hat ja bereits selbst erwähnt, dass er als Drittplatzierter über seine eigene Veranstaltung schreiben musste. Und in seiner ihm eigenen Bescheidenheit ist dabei die Würdigung der Veranstaltung selbst erwartungsgemäß zu kurz gekommen. Deswegen von meiner Seite noch ein paar zusätzliche Anmerkungen.
Dass der UYC Mondsee tolle Veranstaltungen auf die Beine stellen kann wussten wir auch schon vorher. Diesmal aber hatte es den Anschein, dass Mas mit seiner Mannschaft, vielleicht inspiriert von den beiden IÖSTM davor in Traunkirchen und Neusiedl, noch einmal alles toppen wollte. Grillfest mit endlosem Fleischnachschub, italienischer Abend mit Pizza & Pasta, nicht versiegend wollendes Stegbier….. Es war wirklich ganrdios.
Und auch logistische Probleme, die den beengten räumlichen Verhältnissen geschuldet waren wurden pragmatisch und konziliant gelöst. Wie neben 40 Finns die Fülle von Wohnmobilen auf dem kleinen Clubgelände untergebracht wurde erinnerte schon an Tetris. Auch wenn man hier nicht umhin kommt die Eigeninitiative unsere Freunde aus GER zu loben, die als Frühankommer am Donnerstag gleich einmal alles auf die Wiese geräumt haben, was im Weg stand!
Und viel Glück hatte Mas mit seinem Wettfahrtleiter! Fossi hat den richtigen Mix aus Geduld und Entschlossenheit gefunden, der letztlich dazu geführt hat, dass wir 5 reguläre Wettfahrten segeln konnten. Die basisdemokratische Finnregel, von der oben die Rede ist, besagt übrigens, dass wir (größtenteils) alten Herren nicht mehr als 3 Wettfahrten an einem Tag segeln wollen. Es gibt jetzt einen neuen Beschluss, der auf der während der IÖSTM abgehaltenen Jahreshauptversammlung der österreichischen Finnklasse protokolliert wurde. Er besagt nun, daß die Empfehlung nicht mehr als 3 Wettfahrten pro Tag bleibt, aber kurzfristig und pragmatisch im Dialog zwischen Wettfahrtleiter und Klassenpräsidenten geändert werden kann. Gegebenenfalls auch spontan auf dem Wasser.

Auf jeden Fall von meiner Seite und sicher im Namen aller Teilnehmer:
Danke für's Organisieren Mas!
Bernd AUT 6

Bericht Gold Cup 2022 - Malcesine

Gold Cup Malcesine 2022
Drei Fakten vorneweg:
1. Nachdem unsere Bootsklasse aus den Olympischen Klassen verbannt wurde, ist der Gold Cup die hochrangigste Finnregatta, die es derzeit auf diesem Planeten zu bestreiten gibt.
2.  So nahe wie heuer kommt der Gold Cup wohl nie wieder
3. Da es keine Nationentickets mehr gibt, darf jeder der rechtzeitig meldet, am Gold Cup teilnehmen.
 
So geschah es, dass sich Ende Mai 111 Finn-Begeisterte aus aller Welt am Gardasee eingefunden haben, um den Meister unserer Klasse zu küren. Das Starterfeld war ein internationaler Mix von allen Kontinenten mit einer Überrepräsentanz der Europäer. Der Altersschnitt lag – gefühlt – nur knapp unter jenem der Masters-WM, der Bierumsatz im Clubrestaurant war entsprechend.
Von den heimischen Finnisten haben Flo Raudaschl, Markus Schneeberger und der Schreiberling den Weg an den Gardasee gefunden.
 
Der erste Tag startete mit einem tollen Pelèr und Nachmittagsflaute. Da der erste Start für 14 Uhr anberaumt war, ergab sich somit eine Nullnummer.
 
Um den zweiten Tag besser zu nutzen, wurde die Startzeit auf 12 Uhr vorverlegt und wir konnten bei mittelstarker Ora drei fordernde Wettfahrten einfahren. Dabei zeigte sich die Gardasee-typische Taktik „links bis zum Anschlag und dann die Tonne anliegen“ als erfolgversprechend und der Großteil des Feldes versuchte das umzusetzen. Obwohl die Startlinie sich schier endlos über den See spannte, ergab das auf der Gesamtbreite ein ziemliches Gemetzel, gefolgt von einem demütigenden Durchreichen aller, die ihre Nase nicht an vorderster Front im Wind halten konnten.
Flo konnte sich in allen Wettfahrten in der Spitzengruppe positionieren, Markus und der Schreiberling hielten derweil das hinterste Drittel beschäftigt.
 
Für den dritten Tag (Start um 13 Uhr) waren wieder drei Rennen vorgesehen, um das Gesamtziel von 10 Wettfahrten in 5 Tagen zu sichern. Trotz einer schwächelnden Ora und reichlich Wartezeit am Wasser konnten wir drei Rennen abspulen und Flo zeigte mit einem Wettfahrtssieg deutliches Potential auf eine Spitzenplatzierung. Er kletterte somit zwischenzeitlich auf den dritten Gesamtrang und „wir Österreicher“ waren mächtig stolz. Taktisch war die Sache bereits wie am ersten Tag zu entscheiden und es trafen sich zuweilen 111 Finnisten in der Navene-Bucht zum gemeinsamen Wechsel von Backbord- auf Steuerbordbug (oder heißt das jetzt „von Windvonsteuerbordbug auf Windvonbackbordbug“?) Anmerkung des Schreibers: Da lob ich mir den großzügigen Freiraum bei Regatten auf der Alten Donau!
 
Am vierten Tag (Start wieder um 13 Uhr) standen zwei Wettfahrten auf der Agenda, die wiederum mit reichlich Wartezeit zu Wasser eingeleitet wurden. Die Ora wollte dieser Tage nie so richtig in Schwung kommen und „Oscar“ kam nur gelegentlich an die frische Luft. Flo musste in der zweiten Wettfahrt einen 13-er einstecken und rutschte damit vom Siegertreppchen auf den vierten Platz.
 
Der fünfte Tag sollte mit zwei abschließenden Wettfahrten die Serie beenden, jedoch warteten wir vergeblich auf Wind.
 
Somit wurde das Zwischenergebnis zum Endergebnis und ich darf kurz vorstellen:
Der Sieger ist kein Unbekannter: Pieter-Jan Postma uns den Niederlanden; 2-facher Olympionike im Finn, 2012 war er 4-ter.
An zweiter Stelle folgt der Finne Oskari Muhonen und die Bronzemedaille ging an den Modellathleten Domonkos Németh aus Ungarn, der nebenbei auch den Silver Cup abräumte.
An vierter Stelle schließlich – Trommelwirbel und Tusch – Flo Raudaschl - der damit den Nationalstolz der Alpensegler sicherte und den Blick von den Platzierungen der restlichen Österreicher-Delegation ablenkt. Super Flo!
 
Fazit:
Es war ein unglaublich tolles Erlebnis, einmal Teil des Gold Cup zu sein und mit internationalen Topseglern an der Startlinie zu stehen.
Der Gardasee ist und bleibt ein g*iles Segelrevier und wenn die Wettfahrtleitung auf die Ora setzt, kann der Regattisti den Vormittag für vielerlei Zerstreuung nutzen … oder lange schlafen.
Unser Flo segelt weiterhin auf international-höchstem Niveau und sein vierter Platz ist stehend und mit gezogenem Hut zu honorieren.

International Finn Cup 2021 - Trofeo Menoni

International Finn Cup 2021 - Trofeo Menoni
La ~Finn~ vita e bella!
Trofeo Menoni am Gardasee.

Wind, Wellen, Sonne - business as usual für Regattasegeln in Malcesine.

Viel besser geht es wirklich nicht. Zwar ist der Lago nicht gerade ums Eck wenn man vom zweitschönsten See der Welt gen Italien aufbricht, die Reise gerade beim Einsetzen der Herbst-Tristesse in unseren Breiten macht allerdings unbedingt Sinn!

Genauso haben das noch 50 weitere Segler gesehen, 51 Teilnehmer aus 11 Nationen gingen an den Start:
15 Italiener - 10 Österreicher (sic!!) – 8 Schweizer – Deutschland – Ukraine – Russland – Tschechien , Ungarn, Estland (Deniss Karpak #1), Niederlande, Norwegen

Freitag war mit 2 angesetzten Wettfahrten bei mäßiger Ora mit 9 - 12 kn perfekt um die alte Freundschaft mit den Bedingungen wieder aufzufrischen.
Dass die anderen 50 am Wasser auch segeln können - und offensichtlich recht viele davon besser Starten als ich - war natürlich keine neue, dafür aber wiederholt ernüchternde Erkenntnis für den Autor. Besonders bei dieser Regatta ist die Beteiligung internationaler Spitzensegler außerdem besonders groß. Ja, auch Bambam Klingler beim Start von hinten zu sehen ist hart, sieht allerdings sehr berserkerhaft aus. Training macht einfach immer Sinn!

Wohin wendet man sich nach einem tollen Segeltag, suchend nach lokalem spirituellen Beistand - und massiv hungrig nach erbrachter sportlicher Leistung?
Echt italienisch sympathisch hat uns Luca Modena in seinem zum Bersten gefüllten Lokal in Castelletto (daumberto.it) noch einen Tisch klargemacht! Erste Reihe fußfrei am Wasser - für Regattasegler ist hier immer Platz. Luca versteht es als ehemaliger Spitzentrainer die Bedürfnisse eines Top-Athleten nicht nur zu erkennen sondern diesen mit professioneller Unterstützung sofort in Bestform zu bringen (siehe Foto der Sondertrainingseinheit).
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So konditioniert ging es auf zum 2. Regattatag: Gardasee at it's best! 3 geplante Rennen, Italien-Sommer-feeling , Ora klassisch-knackig um etwa 16 kn und die wohlgeformteste Welle der Welt - ein Finn Tag für Männer.
Die im Vortag gewonnenen strategischen Erkenntnisse behielten ihre Gültigkeit: schnell eher links wegstarten, gerade rein in die Bucht - zu weit geht fast nicht, dann sehr bananoid rüber zur Luvboje, bei welcher die Massaker sich trotz konstanter Bootsdichte in Grenzen hielten.
Raum glühen zur Offset-mark, Welle suchen, anreißen - und gefühlt endlos Richtung Torbole surfen. Echt surfen. So wie sonst nur am Board. Unbeschreiblich gut.
Souverän und realistisch bezüglich der Windprognose und mit Rücksicht auf die Rückreisepläne der Segler plante die top-professionell agierende Wettfahrtleitung das letzte ausgeschriebene Rennen für Sonntag, Start 8.30 Uhr (..) ein - den Peler wollten wir ja auch noch mal ausprobieren. Beim Einreiten in den Club war es noch finster und kalt, mehr pflichtbewusst als stolz habe ich meine Rolle als Scout für das noch vorsorglich die Betten wärmende restliche Österreichische Team erfüllt.
Kompakt beschrieben: hätten wir uns sparen können, zumindest aus meiner Sicht. Lediglich Stoffl konnte endlich seine Wörthersee-Erfahrungen einsetzten und erreichte seinen besten Platz der Serie, Mas Schneeberger ganz knapp auf den Fersen.
Zur Ehre als 3. Österreicher diesen Bericht verfassen zu dürfen kam ich -leider- nicht ausschließlich durch meine seglerischen Heldentaten, Vati findet am Wasser offenbar zunehmend Gefallen daran Schifferlversenken im Maßstab 1:1 zu spielen. Ob das eine Folge seiner sicher enorm kompetitiv ausgetragenen Modellbootregatten ist?
Wird wohl Zeit das mit Einsätzen auf einem entsprechend größeren Boot zu kompensieren und ihn so auch wieder für unsere gewählte Waffe am Wasser ideal zu konditionieren?
Während die meisten anderen Sonntag noch die Heimreise angetreten haben hat mich ein bike-begeisterter Freund zu einer Verlängerung des dolce vita wahrlich genötigt.
Die Nahtoderfahrung den Monte Tremalzo mit Endurobikes über Downhilltrails runterzufetzen (nasses Laub auf nassen Steinen und nassen Wurzeln) war für mich im ersten Teil allerdings echt too much. Richtig schön ist der Blick hinunter auf den Garda- und später am Weg den Ledrosee. Belohnt wurden wir am Schluss der Tour mit strahlendem Sonnenschein bei der Fahrt auf der Ponale – das ist ein echter Tip!
www.radional.at/2021/10/05/gardasee-weekend/
Auf alle Fälle ist meine Theorie damit endgültig bestätigt: die Berge stehen bloß zur Dekoration um den See und eventuell noch, um für eine gute Thermik am Wasser zu sorgen.
Besonderen Dank an Nicola Menoni und die Gastfreundschaft seines Clubs Fraglia Vela di Malcesine & bis nächstes Jahr!

Sir Tom
AUT 700


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Traunsee Schwerpunkt 2021

Was für ein fesches Regattawochenende im Segelclub Traunkirchen!
Die erste Hitzewelle inklusive Hagelunwetter war überstanden und eine 18 Boote starke Finnflotte konnte sich an diesem Wochenende eines hervorragenden Segelwetters erfreuen. Die leichten und mittleren Winde ließen richtig gute Verhältnisse zu, alle vier geplanten Wettfahrten kamen unter auffallend fairen Bedingungen zustande und wurden von vier verschiedenen Seglern gewonnen. So manch einer mit schlechten Erinnerungen an die große Staatsmeisterschaft 2019 selbenorts meinte, dass man davon am Traunsee noch in 10 Jahren sprechen werde.
Auch das Rahmenprogramm konnte sich wieder sehen lassen, neben den beliebten Wohnmobilvorplatzparties und drei Einladungen auf der wunderschönen Clubterasse mit „Traunsteinblick zum Anfassen“ wurde schließlich auch ein sehenswertes Fußball EM Achtelfinale mit österreichischer Beteiligung geboten.
Aber schön der Reihe nach: Kaum waren Leberkäse und passende Erfrischungsgeträke zur Abrundung der Begrüßungsansprache verputzt, zog ein feines Lüfterl auf und man konnte zum unmittelbar vor dem Club ausgelegten Samstag Parcours auslaufen. Lokalmatador und Hauptgastgeber Gerhard Schwendt zeigte seinen Gästen freundlicherweise gleich mal wo und wie man hier so segelt -Wettfahrtsieg im ersten Rennen. Rennen zwei und drei folgten sogleich mit leicht auffrischenden Winden. Mittlerweile haben’s dann auch andere kapiert, wo hier der schnellste Pfad zur Luvtonne und wieder runter führt. Auf einen Oberwindstart zeitig Sonntag Früh wurde vom souverän agierenden Wettfahrtleiter freundlicherweise verzichtet, die Flotte am späten Vormittag nach Ebensee geschleppt und dort gab es ein spannendes Rennen mehr oder weniger entlang der Felsen - anfangs sogar mit free pumping. Hier ist unbedingt das historische Ereignis zu erwähnen, dass mit Markus Watzinger der Lokalmatador der südlichen Seehälfte einen knappen Vorsprung souverän bis ins Ziel verteidigte und sich so zum vermutlich jüngsten Wettfahrtsieger seit Jahrzehnen in der österreichischen Finnklasse machte, Gratulation an Markus zu diesem Rennen!
Am Ende durfte sich Michi Gubi wieder einmal bei uns „für’s gwinnen lassen“ bedanken, Gerd Wayrethmayr nur einen knappen Punkt dahinter auf Platz zwei. Dem Autor trug eine gute zweite Halbzeit die Ehre des Berichterstattung ein.

Besten Dank an Gerhard Schwendt und den SCT mit 25 Regattahelfern, die Regatta war schließlich Teil der „endlosen Traunseewoche 2021“. Auf deren Website gibt’s auch hübsche Bilder, empfehle
https://www.traunseewoche.at/index.php/multimedia/2021/category/66-finn vom jubelnden Schwendti.
Markus Schneeberger AUT 73