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Bericht Silber Finn 08 PDF Print E-mail
Written by Administrator   
Monday, 28 July 2008

Silver Chicken  2008

Nein, es ist nicht ein silbernes, in einem Plexiglasschrein auf Mahagonisockel festgeschraubtes silbernes Huhn um das hier gewetteifert wird. Es ist meinem Geschmack nach der schönste Wanderpreis den ich kenne, nämlich ein wie vorhin beschrieben präsentierter etwa 20cm großer Finn aus massivem Silber.  O.k. – der Americas Cup ist ein bisserl wichtiger aber der Silberfinn ist schöner. Es ist auch eine von Mandi Mitterer mit viel Herz und Verstand organisierte, stets gut besuchte, an einem der schönsten Seen Europas ausgerichtete und heuer auch noch mit Wind gesegnete Regatta. Der Tegernsee hat was, das Erzherzöglich Bayrische Bier detto und die traditionellen, meinem Geschreibsel titelgebenden petersiliengefüllten Hendln eben auch.

Ich kenne keine Regatta, die das Finnfeld ideologisch gesehen derart zur spalten vermag. Wohlgemerkt ideologoisch!  Auf der Kreuz gibt es keine Spaltung, weil recht schnell auch der Dümmste kapiert, dass es immer nur gnadenlos über rechts geht. Auf der einen weltanschaulichen Seite stehen die Bettflüchter. Stets reden sie einer Morgenregatta (06.00 Uhr auslaufen!) das Wort, wollen sich an den wärmenden Strahlen der aufgehende Sonne erfreuen, die ihre von den Schaumkronen des Morgensüds bereits ordentlich gewaschenen Köpfe trocknet. Im anderen Lager die Bettgrunzer, deren verschwollene Augen auf frühmorgentliche Waschungen allergisch reagieren. Heuer konnte die Bettgrunzerpartei ihr Wahlprogramm bei der Wettfahrtleitung durchbringen. Kein Morgenstart  - kein Wind.

Außenstehende könnten vermuten, dass das Ergebnis einer Finnregatta einer Art Senioritätsprinzip unterliegt. Der Älteste gewinnt – oder so. Wahr ist vielmehr, dass der Opa (übrigens auch ein militanter Bettgrunzer) halt doch ein Fuchs ist, der uns auf seinem Heimatrevier mal wieder richtig vorgeführt hat. Mir taugts immer, wenn er gewinnt. Dann weiß ich, wenn ich mich bei Bier und Schnupftabak etwa in seiner Bandbreite halte, kann ich in 23 Jahren, denn so viel ist er älter als ich, auch noch ganz gut in einer Finnregatta mithalten.

Sollte sich der geneigte Leser von meiner Art der Regattaberichtertstattung nicht angesprochen fühlen und sich eine Nacherzählung des Geschehenen im üblich erbaulichen Stile erwarten, so fordere ich ihn hiermit unmissverständlich auf, mich in Zukunft entweder gewinnen zu lassen oder mich auf andere geeignete Weise vom Rang des Schreibers zu verdrängen!

M.G. vulgo Vati

AUT - 7

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